PCOS wurde in PMOS umbenannt

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) wurde im Anschluss an einen weltweiten Konsensprozess, an dem Betroffene, Ärzte, Forscher, Patientenorganisationen und Fachgesellschaften beteiligt waren, in „polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom“ (PMOS) umbenannt.

Der neue Name wurde in „The Lancet“ veröffentlicht und spiegelt ein seit langem bestehendes Anliegen wider: Der Begriff „polyzystisches Ovarialsyndrom“ beschreibt die Erkrankung nicht zutreffend.

Trotz des Namens sind pathologische Eierstockzysten kein charakteristisches Merkmal des PCOS. Die Erkrankung umfasst weit mehr als nur die Eierstöcke. Sie kann endokrine, metabolische, reproduktive, psychologische und dermatologische Aspekte umfassen, darunter unregelmäßige Zyklen, Hyperandrogenismus, Insulinresistenz, Akne, übermäßiger Haarwuchs, Unfruchtbarkeit, Angstzustände, Depressionen und kardiometabolische Risiken.

Die Autoren erklären, dass der bisherige Name zu Missverständnissen bei Patienten, Ärzten und in der Öffentlichkeit führen könnte. Er könnte zudem den multisystemischen Charakter der Erkrankung verschleiern, die Stigmatisierung verstärken, die Diagnose verzögern und die Versorgung fragmentieren.

PMOS betrifft schätzungsweise jede achte Frau und weltweit mehr als 170 Millionen Frauen. Dennoch bleiben bis zu 70 % der Betroffenen unerkannt.

Der neue Name wurde im Rahmen eines strengen, mehrstufigen Verfahrens ausgewählt, das weltweite Umfragen, Delphi-Methoden, Workshops und die Umsetzungsplanung umfasste. Insgesamt flossen in diesen Prozess 14.360 zusätzliche Umfrageantworten von Menschen mit PCOS und medizinischen Fachkräften aus allen Regionen der Welt ein.

Der gewählte Name soll die polyendokrinen, metabolischen und ovariellen Merkmale der Erkrankung besser widerspiegeln und gleichzeitig den irreführenden Begriff „Zysten“ vermeiden.

Der Übergang zu PMOS soll sich über drei Jahre erstrecken und durch Fortbildungen, aktualisierte Ressourcen sowie die Abstimmung mit Gesundheitssystemen, Forschung, Leitlinien und der Krankheitsklassifizierung unterstützt werden.


Lesen Sie mehr in unserem Blogbeitrag: PMOS erklärt: Warum PCOS offiziell umbenannt wurde


Oder lesen Sie hier den vollständigen Forschungsartikel: Teede et al., 2026


Quelle:
Teede HJ, Bahri Khomami M, Morman R, Laven JSE, Joham AE, Costello MF, et al. Das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom, die neue Bezeichnung für das polyzystische Ovarialsyndrom: ein mehrstufiger globaler Konsensprozess. The Lancet. Online veröffentlicht am 12. Mai 2026. doi:10.1016/S0140-6736(26)00717-8.

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