Lassen sich Vitamine im Menstruationsblut nachweisen? Ergebnisse unserer ersten veröffentlichten Studie
Wir entsorgen es jeden Monat, doch Menstruationsblut ist keineswegs biologischer Abfall. In den letzten Jahren haben Forscher herausgefunden, dass es Informationen sowohl über den allgemeinen Gesundheitszustand des Körpers als auch über die Vorgänge in der Gebärmutter enthält. Studien haben gezeigt, dass Menstruationsflüssigkeit viele der gleichen Marker enthält wie normales Blut sowie einzigartige Signale aus dem Gebärmuttergewebe selbst (Yang et al., 2012; van der Molen et al., 2016; Naseri et al., 2019; Naseri et al., 2024). Aufbauend auf dieser wachsenden Forschungsliteratur wollten wir diesen Gedanken einen Schritt weiterführen und eine neue Frage stellen: Könnten Vitamine – wichtige Indikatoren für die Ernährungs- und Stoffwechselgesundheit – ebenfalls zuverlässig im Menstruationsblut gemessen werden?
Um dies herauszufinden, führten wir 2023 in Zusammenarbeit mit der Universität Rostock unsere erste klinische Studie durch und veröffentlichten die Ergebnisse im Dezember 2024 in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Medicine“ (Whitbread et al.). Dreißig Teilnehmerinnen mit regelmäßigem Menstruationszyklus nahmen daran teil und stellten jeweils sowohl Menstruationsblut (gesammelt mit einer Menstruationstasse) als auch eine Blutprobe aus der Fingerstich entnommen zur Verfügung. Beide Probenarten wurden als getrocknete Blutstropfen verarbeitet, ein gängiges Format für Laboranalysen. Anschließend verglichen wir die Konzentrationen von Vitamin A, Vitamin D und Hämoglobin zwischen den beiden Probenarten.
The results were encouraging. Vitamin A showed a strong correlation between menstrual and capillary blood (r = 0.77, p < 0.001), while vitamin D also correlated well, though slightly less strongly (r = 0.66, p < 0.001). This provided the first evidence that menstrual blood can be used to assess vitamin status with a degree of reliability comparable to finger-prick blood. Haemoglobin, however, told a different story. Levels in menstrual blood were consistently lower and showed poor correlation with finger-prick samples, reflecting the fact that menstrual fluid contains not only blood but also tissue and secretions that dilute certain markers.
Für uns als Unternehmen war diese Studie ein wichtiger Proof-of-Concept. Sie hat gezeigt, dass Menstruationsblut in einem klinischen Standardlabor verarbeitet werden kann und wissenschaftlich aussagekräftige Ergebnisse liefert. Noch wichtiger ist, dass sie uns das Vertrauen gab, unsere langfristige Vision weiterzuverfolgen: die Entwicklung eines Menstruationsbluttests, den Menschen im Rahmen der routinemäßigen Gesundheitsvorsorge nutzen können. Dieser erste Schritt zeigte uns, welche Biomarker vielversprechend sind, welche noch weiter erforscht werden müssen und wie wir die Validierungsstudien gestalten sollten, die letztendlich ein solches Produkt auf den Markt bringen werden.
Für die Gesundheit von Frauen sind die Auswirkungen erheblich. Vitamine spielen eine wesentliche Rolle für das Immunsystem, die Knochenstärke, die Fruchtbarkeit und das allgemeine Wohlbefinden. Eine nicht-invasive, leicht zugängliche Methode zur Überwachung des Vitaminspiegels könnte die Hemmschwelle für Tests senken und dazu beitragen, Mangelzustände früher zu erkennen. Auch wenn diese erste Studie nur einen kleinen Umfang hatte, bildet sie doch eine Grundlage für die zukünftige Forschung und Entwicklung im Bereich der Gesundheitschecks auf Basis von Menstruationsblut.
Seit Abschluss dieser Arbeit haben wir uns größeren Studien zugewandt, bei denen wir nicht nur Vitamine, sondern auch Hormone, HbA1c und andere routinemäßig untersuchte Biomarker untersuchen. Unser Ziel ist es, auf diesen ersten Ergebnissen aufzubauen und schrittweise validierte, akkreditierte Tests zu entwickeln, die Menstruationsblut zu einem wichtigen Bestandteil der routinemäßigen Gesundheitsversorgung machen.
Ein großes Dankeschön geht an alle, die an dieser ersten Studie teilgenommen haben, sowie an unsere Kooperationspartner an der Universität Rostock. Ohne eure Beiträge wäre dieser wichtige erste Schritt nicht möglich gewesen.
💡 Möchten Sie die vollständige Studie lesen? Sie finden sie hier: Whitbread et al., 2024, Journal of Clinical Medicine
Literaturverzeichnis
Yang, H., Zhou, B., Prinz, M. & Siegel, D. (2012). Proteomische Analyse von Menstruationsblut. Molecular & cellular proteomics : MCP, 11(10), 1024–1035. https://doi.org/10.1074/mcp.M112.018390
van der Molen, R. G., Schutten, J. H., van Cranenbroek, B., ter Meer, M., Donckers, J., Scholten, R. R., van der Heijden, O. W., Spaanderman, M. E. & Joosten, I. (2014). Menstruationsblut ähnelt stark der immunologischen Mikroumgebung der Gebärmutter und unterscheidet sich deutlich vom peripheren Blut. Human Reproduction (Oxford, England), 29(2), 303–314. https://doi.org/10.1093/humrep/det398
Naseri, S., Lerma, K. & Blumenthal, P.D. (2019). Vergleichende Bewertung von Serum und Menstruationsblut zu diagnostischen Zwecken: Eine Pilotstudie. Journal of Clinical Laboratory Medicine, 4, 10–16966. dx.doi.org/10.16966/2572-9578.130
Naseri S., Avrutsky M.I., Capati C., Desai K., Alvero R. & Blumenthal P.D. (2024) Übereinstimmung der Hämoglobin-A1c- und Reproduktionshormonspiegel im Menstruations- und Venenblut. FS Rep, 5 :33–39. doi: 10.1016/j.xfre.2023.11.009
Whitbread, A. L., Mittelmeier, L., Rao, R. P., Mittelmeier, W. & Osmanski-Zenk, K. (2024). Menstruationsblut als nicht-invasive Alternative zur Überwachung des Vitaminspiegels. Journal of Clinical Medicine, 13(23), 7212. https://doi.org/10.3390/jcm13237212
